Ursprung

  

 

1. Deutung des Namens 

Entstanden sind Namen im Mittelalter, als es immer wichtiger wurde, die Menschen genau zu unterscheiden und auflisten zu können. Namen wurden den Menschen meist von anderen gegeben. Es gab verschiedene Möglichkeiten Familien zu benennen z.B. nach ihrer Wohnstätte (Wald, Steger, Berger), nach dem Vor- oder Rufnamen des Vaters (Peter, Martin), nach ihrem Beruf (Müller, Schneider, Metzger) nach Eigenschaften (Klein, Kühn) oder wie in meinem Falle nach ihrem Herkunftsort oder –land (Bingenheimer, Laubenheimer). Die Deutung eines Namens ist nur verlässlich, wenn man die Genealogie bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Ohne diese Prüfung vermutete Herr Dr. Ottfried Neubecker 1981 in seinem Schreiben, dass meine Vorfahren von einem Burgberg in eine andere Heimat übergesiedelt sind. „Büchel“ oder „Bühl“ ist noch heute übliches Wort für einen Hügel. Ein weiterer Namensforscher nimmt an, dass ein Urahne ein Vogt gewesen sein muss und zwar auf einer Burg auf einem „Büchel“.

 

 2. Schreibweise des Familienamens

Bei den verschiedenen Schreibweisen des Familiennamens muss man die Zeithistorie beachten. Die ersten Kirchenbucheintragungen sind auf lateinisch geschrieben, in mühevoller Federhandschrift. Hierbei konnten sich bei langen Familiennamen leicht Fehler einschleichen. So hieß unser Stammvater Andreas in seiner Hochzeitsurkunde „Birckbüchler“, drei Zeilen später im gleichen Eintrag „Birgbüchler“. In der Ahnengeschichte kommen weitere Veränderungen vor ( „Birkbüchler“, „Birgbichler“, “Burckbüchler“, „Bürckbüchler“ u.s.w.).

 

 3. Die Herkunft der Vorfahren

Die geografische Herkunft der Vorfahren liegt im Norden des Elsass, in einem Gebiet namens „l’Outre-Foret“ auf Französisch oder „das Land jenseits des Waldes“, welches von vier physischen Barrieren begrenzt wird: der Rhein nach Osten, der Hochwald im Westen, Hagenau Wald im Süden und nach Norden der Bienwald. Für eine lange Zeit hemmten diese Hindernisse die Bewegungen der dortigen Bevölkerung. Prof. Jean Schweitzer erwähnt in seinem Aufsatz über die Geschichte des Nordelsass:“… Mitte des 17. Jahrhunderts, als der westfälische Frieden unterzeichnet wurde, war das Land zerstört und die Bevölkerung dezimiert. Es war daher notwendig, dass Siedler entlang der Orte am Fluss Lauter kommen, vor allem aus den Alpengebieten von Deutschland, Schweiz und Österreich (Tirol)“.   Der Frieden währte nur kurz. 1676 Lauterburg wird von den Österreichern eingenommen, danach 1678 auch Hagenau und Wissembourg. Schließlich wird 1680 vom Souveränen Rat in Breisach erlassen, dass der Elsass bis zum Fluss Queich ein Teil der Krone Frankreich wird. Doch nur kurze Zeit später begannen mit dem Beginn des spanischen Erbfolgekrieges wieder die kämpferischen Zeiten. Eine Menge von Soldaten lagerten am Fluss Lauter. 1705 berichtet Vilars, dass die Dörfer fast menschenleer sind, die Bauern ihre Pferde verloren haben und keine Nahrung mehr im Land finden (SCHWEITZER, Jean). Innerhalb dieser Zeit finden wir im Kirchenbuch die ersten urkundlichen Informationen über den Stammvater Andreas. Er heiratete (1733) bzw. starb (1739) in Oberlauterbach. Vielleicht gehörte er zu diesen „Alpenumsiedlern“? Heute noch findet man den Namen Birgbichler, Birbichler im Alpenraum. Im Verlauf der französischen Revolution wurde der Elsass mit dem französischen Einheitsstaat verschmolzen. Ab diesem Zeitpunkt (1792) werden erstmalig Akten auf einem Standesamt eingeführt. Vorher erfolgten Eintragungen nur im Kirchenbuch. Von 1871 bis zum Versailler Vertrag (1919) gehörte der Elsass mit einem Teil Lothringens als Reichsland Elsass-Lothringen zum Deutschen Reich. 1940-1945 stand es unter deutscher Zivilverwaltung.                                                        

Das Dorf Oberlauterbach hat seinen Namen von dem Fluss LAUTER, welcher die Grenze mit der deutschen Pfalz bildet. Es war klein mit wenigen Einwohnern: 649 E. (1792), 759 E. (1851), 500  (1905), 433 (1936),  527 (2014). Das Gebiet beiderseits des Flusses galt als klassische Auswanderregion, von der aus die Menschen bei Hungersnöten wie Mitte des 18. und 19. Jahrhunderts ihr Glück in der Fremde suchten, so auch einige Mitglieder der Birckbüchlers. Ab 1830 begann die Auswanderung nach Amerika.  Alleine im Jahr 1835 starteten 58 Personen im benachbarten Niederlauterbach Ihre Emigration. Weiterhin siedelten ab Mitte dieses Jahrhunderts ein Dutzend Familien als Kolonisten nach Algerien.

 

Quellen:

BURCKBUCHLER, Claude - www.sites.google.com/site/burckbuchler

BÜRCKBÜCHLER, Achim - Privatarchiv

SCHWEITZER, Jean - Privatarchiv und Korrespondenz mit Bürckbüchler, Achim

NEUBECKER, Ottfried - Schreiben von 1981